Um 1500 werden Tannenzweige und Reisig zur weihnachtlichen Ausschmückung d...

Der Weihnachtsbaum erst eine relative späte "Erfindung" ist?

Um 1500 werden Tannenzweige und Reisig zur weihnachtlichen Ausschmückung der guten Stube verwendet. Der erste richtige Weihnachtsbaum, auf dem Boden stehend und reich dekoriert, ist erst für das Jahr 1600 bezeugt. Den ersten mit Kerzen versehenen Baum hat 1708 Liselotte von der Pfalz beschrieben. Zunächst blieb der Brauch auf Südwestdeutschland beschränkt, verbreitete sich aber allmählich im ganzen Land. Zur Popularität trug auch Goethe Anfang des 18. Jh. mit der Beschreibung eines Christbaums in seinem Erfolgsroman Die Leiden des jungen Werthers bei. Schließlich zog er im 19. Jh. in die Königshäuser Europas ein: 1816 führte ihn Erzherzogin Henriette in Wien ein, und um 1840 tauchte er in Paris und London auf. Lange blieb der Christbaum der Oberschicht vorbehalten, doch mit dem steigenden Wohlstand eroberte er schließlich die gute Stube des Bürgertums.