Falsche Freunde

Behindern negative Menschen Ihr Leben, wie Haare den Abfluss verstopfen? Dann machen Sie seelischen Frühjahrsputz, und misten Sie den Kleiderschrank Ihrer Beziehungen aus ...
 

Ein Frühjahrsputz in der Wohnung hat etwas absolut Reinigendes und Befreiendes. Wenn ich bereit bin für die alljährliche Säuberungsaktion, lege ich meine Lieblings-CD von George Michael ein und starte, bewaffnet mit XXL-Müllsäcken, die Offensive gegen das Chaos.

Vieles im Leben bedarf der Pflege – der Rasen muss gemäht werden, die Haare brauchen einen neuen Schnitt, Einladungen gilt es zu erwidern, und das Auto muss regelmäßig zur Inspektion. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Aber mal ehrlich – wer von uns macht schon einen Frühjahrsputz im zwischenmenschlichen Bereich?

Es hört sich vielleicht seltsam an, aber es gibt tatsächlich Situationen, in denen eine Entrümpelung nötig ist. Warum? Weil Zeitgenossen, die uns permanent herunterziehen oder zur Weißglut bringen, die uns kaputt machen, uns herabsetzen oder irritieren, ebenso schädlich für unsere Gesundheit sein können wie ein Raum voller Raucher oder ein betrunkener Autofahrer, der auf uns zusteuert.

Oft braucht es nur eine Kleinigkeit, die uns die Augen öffnet – mit einem Mal sehen wir das wahre Gesicht der Freundin, die wir für zuverlässig und loyal gehalten haben. Ihre Geschichten und Anekdoten, die wir früher unterhaltsam fanden, begreifen wir nun als dummes Gewäsch – und wir erkennen, dass wir selbst ein Opfer dieses Klatschmauls geworden sind. Dann wird es Zeit für eine Neubewertung!

Dr. Lillian Glass sagt, dass wir auf Schritt und Tritt „toxischen Menschen“ begegnen, die uns das Leben schwer und uns chronisch krank machen können. In ihrem Buch Mit mir nie wieder! beschreibt sie 29 schädliche Typen, darunter den permanent nörgelnden Chef, die Freundin, die immer alles besser weiß (und Freude daran hat, wenn sie es einem unter die Nase reiben kann), und die kritischen Eltern, die uns immer noch wie ein bockiges Kind behandeln.

Eine Freundin erzählte mir von einer Kollegin, die immer Schimpftiraden losließ, wenn im Büro etwas nicht glatt lief. „In der Regel gelang es mir zwar, sie zu besänftigen, aber danach war ich jedes Mal völlig ausgelaugt. Es dauerte eine Weile, bis mir klar wurde, dass sich ihre ganze Negativität auf mich übertrug.“

Wie meine Freundin betonte, konnte die Kollegin auch freundlich und hilfsbereit sein. Trotzdem musste meine Freundin lernen, mit den Wutausbrüchen der Kollegin angemessen umzugehen. „Seitdem ich Grenzen setze und mich bewusst nicht hineinziehen lasse, ist unser Verhältnis deutlich besser geworden“, sagt sie.

Experten sind sich einig darin, dass es viele Arten von schädlichen Menschen gibt, die unser Leben vergiften, und dass manche schädlicher sind als andere. Da gibt es die Leute, die immer nur meckern, und jene, bei denen sowieso immer die anderen (und nie sie selbst) schuld sind. Und es gibt Zeitgenossen, die alles Positive wie ein Vampir aus uns heraussaugen.

Die Lebensberaterin Cheryl Richardson sieht sie als Miesepeter, Verschwörungstheoretiker oder Schwarzseher, während Dr. Glass Ehrgeizlinge, Einmischer und Runtermacher unterscheidet, um nur drei toxische Terror-Typen zu nennen.

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