Das "Haus in der Rothschildallee" kennt Stefanie Zweig wie keine andere, denn seit nunmehr 57 Jahren ist die Frankfurter Rothschildallee 9 ihr Zuhause. Dorthin ist sie mit ihrer Familie gezogen, als sie 1947 aus Kenia zurückkam, wohin ihre Eltern vor den Nazis geflohen waren. Ihr Buch "Nirgendwo in Afrika", in dem sie über ihre glückliche Kindheit in Kenia schreibt, ist nicht nur ein Bestseller geworden, der Stoff wurde überdies von Caroline Link verfilmt und gewann 2003 den Oscar für den besten ausländischen Film. Auf diesen erfolgreichen Roman folgten noch viele andere, z. B. "Irgendwo in Deutschland" oder "Karibu heißt willkommen". Stefanie Zweigs Bücher erreichten eine Gesamtauflage von über 7 Millionen Exemplaren und wurden in 15 Sprachen übersetzt.

In
"Das Haus in der Rothschildallee" beschreibt Stefanie Zweig das Leben der jüdischen Familie Sternberg, die um 1900 in die Frankfurter Rothschildallee 9 einzieht. Der reiche Tuchhändler Johann Isidor lebt mit Frau und Kindern in einer gutbürgerlichen Idylle, die während eines Kuraufenthalts in Baden-Baden ein jähes Ende findet: nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo beginnt der Erste Weltkrieg.

Die Autorin im Interview

Reader's Digest: Was hat Sie denn auf die Idee gebracht, ein Buch über die Rothschildallee 9 zu schreiben? Gab es da einen konkreten Anlass?
SZ: Mich hat die Geschichte des Hauses interessiert, in das ich mit meiner Familie nach unserer Rückkehr aus Afrika eingezogen bin. Außerdem hat es mich gereizt, nachdem ich nun schon so viel über meine eigene Familie geschrieben hatte, einmal über andere Menschen zu schreiben.

RD: Wie ist es Ihnen gelungen, die Atmosphäre dieser Zeit so genau nachzuempfinden?
SZ: Nun, ich habe mich schon immer sehr für Geschichte interessiert, insbesondere für die Gründerjahre, von daher wusste ich bereits einiges über diese Zeit. Dann habe ich natürlich auch viel recherchiert, denn ich hatte das Bedürfnis, mit sehr detaillierten Beschreibungen ein stimmiges Bild dieser Epoche zu zeichnen.

RD: Ihr Buch spielt in den Jahren 1900 bis 1917. Wird es eine Fortsetzung geben?
SZ: Ja, daran schreibe ich gerade. Es wird heißen: "Die Kinder der Rothschildallee". In diesem Buch wird die Familiengeschichte weitererzählt bis zum Jahre 1937. Dabei geht es um Johann Isidor und seine Kinder.


Stefanie Zweigs "Das Haus in der Rothschildallee" ist in unserer Buchreihe "Reader's Digest Auswahlbücher" erschienen.

 

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